Montag, 25. Januar 2010

Praktikum in Marseille

Weiter geht es mit der Altualisierung meines Blogs:

Neues Thema: Wie man in einer Woche tausend Tode stirbt!

Also nach meinen zwei Klausurwochen hatte ich eigentlich gedacht ab letzer Woche Montag meine Abreise aus Clermont-Ferrand und meine Ankunft in Marseille zu planen. Aber es sollte alles anders kommen...
Am letzten Montag erhielt ich einen Anruft der Verwaltung der Firma, bei der ich mein Pratikum machen wollte. Ein Herr forderte mich auf ihm die Praktikumsvereinbarung meiner Universität vorzulegen. Da ein solches Dokument bisher nicht existiert hat, war es aber leider nicht möglich. Auch ein Dokument der Université d'Auvergne konnte ich in diesem Fall nicht benutzen. Am Dienstag rief mein bis dato noch zukünftiger Betreuer an, dass er auf dieses Dokument besteht, sonst könnte ich mein Praktikum nicht bei ihm machen. Ach und so ganz nebenbei hat er dann noch erwähnt, dass er ja noch andere Bewerber um einen Praktikumsplatz hat und ich mich deshalb ein bisschen beeilen sollte, sonst wäre er doch gezwungen jemand anderem zuzusagen. Nach dieser freudigen Überraschung bin ich dann erstmal in Panik ausgebrochen. Ich habe meine Professoren angerufen und gefühlte eine Million verzweifelte Mails geschrieben. Am Mittwoch und Donnerstag war ich dann den ganzen Tag damit beschäftigt, selbst ein solches Formular zu erstellen. Donnerstag Abend habe ich dann erneut bei der Firma angerufen und gefragt, ob ihnen das Formular reichen würde und dann haben sie mir Entwarnung gegeben. Es müssen nun noch ein paar Dinge geändert werden, aber sie lassen sich drauf ein.
Seit Freitag kümmere ich mich nun um die Wohnungssuche und ich muss sagen, in der kurzen Zeit, habe ich eine gute Möglichkeit gefunden. Es handelt sich um eine Residenz im 10. Arrondissement, welcher so eine Wohngegend ist. Sie ist nur etwas 20 Minuten von der Firma entfernt und für die Größe des Zimmers ist der Preis akzeptabel. Was mich einzig ein bisschen merkwürdig ist, ist die Tatsache, dass die Residenz Studentinnen vorbehalten ist. Aber so wie Mädchenwohnheim ist es auch wieder nicht, weil ich da gelegentlich auch Familie oder Feunde unterbringen darf. Ich werd ja sehen, wie es dort ist. Aber so ist es die beste Lösung.

Am Freitagmorgen um 9Uhr wird meine Wohnung hier in Clermont-Ferrand von einem Animateur abgenommen und anschließend fahre ich dann mit Élodie nach Marseille. Die Entfernung von Clermont-Ferrand bis Marseille sind in etwa 480km, was uns eine Fahrtzeit von knapp 5 Stunden beschert. Sie bleibt dann für das Wochenende bei mir und fährt am Sonntag wieder zurück.

Ich schicke euch allen dann bald meine neue Adresse und stelle euch ein paar schöne Bilder von meinem neuen Zuhause rein. Den Briefverkehr solltet ihr fürs erste nun einstellen, denn ich weiß nicht, ob die mir hier irgendetwas nachsenden würden, wenn ich noch Post bekomme. Ich fürchte, die interessiert es nicht so sonderlich.

Einen schönen Tag euch noch!
Liebe Grüße, Jenny

Klausuren

Hallöchen!
Da ich nun schon länger nix von mir hören lassen hab, schreibe ich euch nun mal eine kleine Zusammenfassung meiner letzten drei Wochen.

Meine Klausuren habe ich mehr oder minder erfolgreich hinter mich gebracht. Aber es war interessant zu sehen, was die Franzosen da für einen Film von machen. Ich kann es mal beschreiben: Mindestens eine halbe Stunde, bevor die Klausur los geht, muss man sich vor dem entsprechenden Raum versammeln. Alle Franzosen waren aber schon mindestens eine dreiviertel Stunde vorher da. 30 Minuten vor der Klausur öffnet sich dann geheimnisvoll die Tür zur Hölle und zwei Professoren treten hervor. Einer ist ausgestattet mit einer Liste und beginnt dann mit dem "Appel" (!). Jeder Student wird aufgerufen und muss sich dann direkt zum zweiten Professor begeben, der deinen Studentenausweis kontrolliert und deinen Personalausweis einsammelt(!). Danach teilt der Listen-Professor dir deine Tischnummer (!) mit, da du dich natürlich nicht einfach igendwo in den Raum setzen darfst. Das wäre viel zu unspektakulär. Also eierst du dann erstmal durch den Raum und suchst den Platz mit deiner Nummer und dann hast du 30 Minuten Zeit um deine drei Bögen Papier mit deinem Namen, deinem Studiengang, der Immatrikulationsnummer und dem Modul zu beschriften. Und da wir ja in Frankreich sind und dort die Klausuren anonym geschrieben werden müssen, wird, nachdem du abgegeben hast, von Mitarbeitern jeder Name zugeklappt. Wenn sie Spaß dran haben, können sie das ja gerne machen. Ich fürchte bloß, dass man bereits nach dem ersten Satz, wenn nicht dann spätestens nach dem zweiten Satz, bemerkt, dass es sich bei mir nicht um einen Franzosen handelt. Wer dann klug kombiniert und ja eigentlich weiß, dass es nur eine ausländische Studenten gab in diesem Semester, der kann das Thema Anonymität vergessen. Wenn man dann endlich nach 30 Minuten den Aufgabenzettel bekommt, geht ein großes Stöhnen durch den Raum, denn in jeder Klausur, die ich geschrieben habe, war mindestens eine Aufgabe, die keiner beantworten konnte. Das würde natürlich auch erklären, warum kein Student in ganz Frankreich jemals 20 von 20 Punkten erreicht. Nachdem dann jeder die ganze Klausur einmal durchgelesen hat und sich schon beim Nachschreibetermin schwitzen sieht, geht dann das Zeichnen und Malen los. Ja die Franzosen haben nicht nur bunt leuchtende Notizen aus den Vorlesungen, sondern produzieren auch bunte Klausuren. Naja also ich hab für so einen Schnick-Schnack in der Klausur keine Zeit. Einen einzigen gelben Text-Markerstrich habe ich in meiner ersten Klausur gemacht. Ich habe nicht mal einen Tintenkiller oder Tipp-Ex benutzt. Mal sehen, vielleicht gibt es dafür noch Punktabzug. Für die Studenten, die feststellen, dass sie sich in der falschen Klausur befinden, beginnt eine sehr lange wenn nicht unendliche Stunde des Wartens nach dem Beginn der Klausur, denn in Frankreich darf man seine Klausur frühstens nach einer (!) Stunde abgeben. Und selbstverständlich darf man, egal wie lange geschrieben wird, nicht auf Toilette gehen. Mir wurde erzählt, dass selbst in den 4-stündigen Abiturklausuren Toilettenverbot herrscht.

Diese Klausuren waren auf jeden Fall auch eine interessante Erfahrung, aber ich müsste es jetzt nicht unbedingt nochmal durchmachen ;)

Liebe Grüße, Jenny

Donnerstag, 7. Januar 2010

:)

Hallo!
Ich wollte euch allen eben mitteilen, dass ich nun eine Zusage für meinen Praktikumsplatz habe. Ich werde mein Praktikum ab Februar 2010 in Marseille machen für sechs Monate!
Total klasse! Sechs Monate Mittelmeer! Und eine kleine Entlohnung gibt es auch noch!
Und ein super interessantes Thema: Durchflusszytometrie!
Kann mein Glück gar nicht glauben!
Aber jetzt wird erstmal wieder fleißig gelernt für meine anstehenden Klausuren in der nächsten Woche.
Liebe Grüße, Jenny