Freitag, 20. November 2009

Der Alltag holt mich ein...

Hallo nochmal!
Bevor ich jetzt gleich tot umfalle oder im Sitzen einschlafe (Ich gebe zu Zweiteres scheint mir doch wahrscheinlicher!) wollte ich euch noch mal eben einen kleinen Lagebericht geben.
Also ich habe nun 2 1/2 Monate hier in Frankreich rum und es bleibt mir noch genau ein Monat, bis ich Weihnachten nach Hause komme. Mittlerweile habe ich angefangen meine Vorlesungen aufzuarbeiten, damit ich meine zwei Wochen zu Hause auch ausgebiegig genießen kann und nicht Non-Stop lernen muss. Ich fürchte, es wird sich erst kurz vor meiner Abreise zeigen, ob ich dieses Ziel erreiche oder nicht. Aber eines habe ich schon gelernt, stell dich immer auf das Unmögliche ein.
In Paris habe ich ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum gehabt. Diese Woche Montag habe ich allerdings erfahren, dass ich nicht für den Platz ausgewählt wurde. Tant pis! Ich war echt geknickt, weil ich mich so sehr auf die Vorstellung gefreut habe, ein halbes Jahr in Paris verbringen zu dürfen. So hätte ich wenigstens ein oder zweimal nach Hause fliegen können. Aber dieser Traum ist endgültig zerplatzt.
Weiterhin hatte ich letzte Woche Freitag zum ersten Mal Praktikum in meinem Pharmacologie-Kurs. Wir haben Kaninchen aufgeschnitten... Diejenigen, die schon mit mir an der Hochschule Praktikum hatten, können sich ja vorstellen, dass das gar nix für mich ist, aber ich finde ich habe mich wacker geschlagen. Ich habe den Katheter gesetzt und die Kehle geöffnet. Heute gab es die Fortsetzung von dem Kurs erneut mit einem Kaninchen und da habe ich dann sogar versucht die Halsschlagader zu finden. Aber wenn ich erhlich bin, sind mir die kleinen Bakis doch lieber. (An dieser Stelle einen herzlichen Gruß ans MPI Bremen... Ich vermisse die Arbeit bei euch!)
Diese Woche hatte ich extrem viel Stress, da ich 13 (!) Stunden Französischkurs und meine Biologie-Kurse hatte. Aber die gute Nachricht ist: In einer Woche habe ich keine Französisch-Stunden mehr. Dann schreibe ich am 17.12.09 die Klausuren für Französich und bin damit durch. Mit Englisch sieht es ähnlich aus. In drei Wochen machen wir dort die mündlichen Prüfungen. Für mich gibt es dann noch eine schriftliche Prüfung und dann habe ich es auch vor Weihnachten abgeschlossen.
Nächste Woche habe ich Laborarbeit für den Kurs "Molekualre Methodologie". Ich fürchte, da werde ich dann auch ein umfangreiches Protokoll ausarbeiten müssen. In Pharmacologie beginne ich jetzt langsam zu verstehen, über Biotechnologie mache ich mir (noch) keine sorgen und Instrumentation war, ist und bleibt eine Katastrophe. Aber hey, ich bleibe dran und versuche mich da jetzt Schritt für Schritt durch zu kämpfen. Die Klausuren für diese Module finden alle nach Weihnachten statt.
Gestern Abend bin ich dann zum Opfer einer Reizgasattacke geworden. Eigentlich wollte ich nur einen ruhigen Abend mit ein paar Kommilitonen verbringen. Aber gestern waren zwei Fussballspiele: Algerien-Ägypten und Frankreich-Irland. Algerien und Frankreich haben gewonnen, sodass hier der Bär los war. Die Algerianer sind wie die Bekloppten mit Ach und Krach durch die Stadt gebraust, haben gehupt, Fahnen geschwenkt, Feuerwerkskörpe rgezündet, gegröllt und gesungen. Und die Franzosen haben sich nach ihrem Sieg dort angeschlossen. Gegen 23.30Uhr war ich dann zu Fuß auf dem Weg nach Hause. Leider musste ich über den Place de Jaude laufen, wo sich zahlreiche Fussball-Fans versammelt hatten. Die Polizei war schon dabei "aufzuräumen" und hat Reizgas eingesetzt um die Gruppen aufzulösen und die Leute zu verteilen. Ich wollte dem ganzen aus dem Weg gehen und habe ne Straße gewählt, in der niemand zu sehen war. Ja und jetzt ratet mal, warum dort niemand war...!? Richtig, weil die Polizei dort Reizgas versprüht hat. Und ich renn da natürlich erstmal durch. Spitze! Habe nach drei Metern angefangen zu heulen, mal Hals hat gebrannt wie nichts Gutes. Es war wirklich ekelhaft. Und dann standen da plötzlich drei Polizsiten, die ich dann gefragt habe, was hier los ist. Sie haben mir noch den Tipp gegeben die Augen nicht zu reiben und eine andere Straße für den Heimweg zu nehmen... Ach was echt? Also was hätte ich ohne diese Hilfe bloß gemacht! Solche Idioten... also in Deutschland hätte man garantiert aufgepasst, dass Zivilisten das Zeug nicht abbekommen und die haben sich nicht mal entschuldigt bei mir! Manchmal sind die Franzosen wirklich unglaublich. Naja dann ging es auf dem schnellsten Weg nach Hause, unter die Dusche und ab ins Bett.
Ich hoffe, euch geht es allen gut! Liebe Grüße und gute Nacht! Jenny

2 Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich habe jetzt meine Einstellungen geändert und probiere hiermit aus, ob jetzt jeder unangemeldet einen Kommentar hinterlassen kann.

    Viele liebe Grüße, Jenny

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